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basteln / werkzeug /Für die Reperatur eines Objektivs oder einer Kamera wird überraschend wenig spezielles Werkzeug benötigt.
Modernere Kameras und Objektive enthalten fast ausschließlich Kreuzschlitzschrauben, also genügt als Grund- oder Urlaubsausstattung ein Kreuzschlitzschraubendreher guter Qualität der Größe '00'. Wer öfters mit Kameras bastelt, sollte sich auf jeden Fall ein ganzes Sortiment guter Kreuzschlitzschraubendreher zulegen. Die Quelle für weiteres Werkzeug incl. Gabelschlüssel bis zu einer Größe von ca. 6 mm kann dagegen der billigste Feinmechaniker-Werkzeugsatz 'made in China' aus der Grabbelkiste eines Supermarktes für unter 10,- Euro sein (siehe Abb.). Wenn ein Werkzeug beschädigt oder abgenutzt ist, sollte es sofort weggeworfen werden, bevor damit Schrauben beschädigt werden und dann nie mehr gelöst werden können.
| Ein einfacher Feinmechaniker-Werkzeugsatz mit Gabelschlüsseln. | ![]() |
Schrauben zählen nicht zum Werkzeug, aber eine Bemerkung sei erlaubt. Gelegentlich muß eine verloren gegangene Schraube ersetzt werden. Das Baumarktsortiment an Schrauben und selbst der Modellbauladen kann hier nicht weiterhelfen. Aber keine Angst, gut sortierte Fachgeschäfte halten nahezu JEDE Schraube bereit, das Geschäft muß nur gefunden werden. Der Preis für solche Schrauben ist aber horrend, 50 Cent pro Stück sind normal. Oft lohnt es sich daher, ein Kamerawrack zu beschaffen, nur um die Schrauben auszuschlachten.
| An einigen Kameras finden sich Schrauben mit zwei runden Löchern im Kopf. An Wellen und insbesondere in Objektiven werden dünne Schraubringe mit zwei Einkerbungen auf der Oberseite verwendet. Zum Lösen dieser Schrauben und Ringe mit geringerem Durchmesser eignet sich sehr gut eine Splintzange, deren Spitzen bei Bedarf noch etwas dünner geschliffen werden können. | ![]() |
Besser geeignetes Spezialwerkzeug
zum Lösen solcher Schrauben und Ringe ist z. B. bei
Micro-Tools
erhältlich. Es handelt sich dabei um zwei Spitzen oder Klingen, die mit veränderlichem Abstand auf einer Schiene
montiert sind.
Für einige Kameras werden individuelle Spezialwerkzeuge benötigt. Zum Öffnen von sehr vielen Objektiven muß
der beschriftete Frontring herausgedreht werden, der keine Angriffsmöglichkeiten für Werkzeug besitzt. Auch hierfür
ist ein Spezialwerkzeug sinnvoll, nämlich eine Art Gummistopfen mit erhabenem Rand, der den Ring durch die Reibungskraft
drehen kann. Solche Werkzeuge sind ebenfalls z. B. von
Micro-Tools erhältlich.
Zum Herausdrehen der Objektiv-Frontringe gibt es ein paar Behelfe:
Locker sitzende Ringe können evtl. mit den Fingern gedreht werden. Ein Stück Gummi kann die
Reibungskraft weiter erhöhen. Und wen eine kleine Beschädigung nicht stört, der kann den Stichel aus
einem Feinmechaniker-Werkzeugsatz in den Ring einstechen (der in der Regel aus Kunststoff ist) und kommt
so ziemlich sicher ans Ziel.