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T2-Objektive an den Gehäusen der Mamiya Kleinbild-Serie

Was ist T2?

Objektive mit T2-Gewinde (einem alten Tamron-Standard) haben genauso wie M42 ein 42mm-Gewinde. Die Steigung ist jedoch unterschiedlich, so daß T2-Objektive nach ca. 1 Umdrehung im M42-Adapter 'klemmen'. Jetzt bloß nicht weiterdrehen! Außerdem liegt das Gewinde in einer anderen Ebene des Objektivtubus als beim M42-Anschluß: M42-Objektive werden in der Ebene des Bajonetts eingeschraubt, T2-Objektive etwa 1 cm vor der Ebene des Bajonetts.

M42-Objektive werden direkt in die Ebene des Bajonetts geschraubt, der T2-Adapter ist etwas 'dicker'. Adapter

Eigenschaften des T2-Adapters

Aufgrund der 'Dicke' des Adapters ist der T2-Anschluß für 'kurze' Objektive nicht geeignet. Es gibt also keine T2-Weitwinkel, dafür jede Menge Teles. In diesem Bereich ist der T2-Adapter weit verbreitet. Für Einsatzzwecke, bei denen die korrekte Positionierung des Objektivs vor der Filmebene zur Erreicherung der Stellung 'Unendlich' nicht erforderlich ist, z. B. Makrofotografie, ist der T2-Adapter ebenfalls gut geeignet.

Der T2-Adapter enthält keine Elemente für die Blendenfunktion. Es ist grundsätzlich nur die Belichtungsmessung bei Arbeitsblende möglich. Durch den einfachen Aufbau ist dieser Adapter aber auch besonders preiswert, er kostet nur ein Bruchteil des Tamron Adaptall-2.

Die meißten T2-Adapter sind zweiteilig aufgebaut: in einen Grundkörper, der das Bajonett trägt, ist ein Ring mit dem Gewinde mit wenigen Klemmschrauben fixiert. Dieser Ring kann einfach ausgetauscht werden und eröffnet so weitere Möglichkeiten zur Adaption anderer Objektive. Wer eine Drehbank zur Hand hat (und wer hat das nicht?) kann z. B. ohne Probleme das 42mm-Gewinde gegen einen Ring mit M39-Gewinde austauschen um hochwertige, für die Nähe korrigierte Vergrößererobjektive für die Makrofotografie in den Adapter zu schrauben. In diesem Anwendungsbeispiel wartet eine echte Überraschung: selbst das verstaubte, relativ einfache Objektiv aus dem 10 Jahre nicht mehr verwendeten Vergrößerer mutiert am Balgengerät zu einem gestochen scharfen Tessar, denn kein Zoom und keine Entfernungseinstellung verwässert die Konstruktion für den Einsatz für nahe Objekte, auch Verrenkungen wie die Retrostellung sind unnötig.

Vergrößererobjektiv an einem auf M39 umgebauten T2-Adapter. Bei Verwendung von Zwischenringen (wie hier an der ZE-2) ist keine Entfernungseinstellung mehr möglich. Die Scharfstellung muß durch Vor- und Zurückbewegen der Kamera erfolgen, der Bildausschnitt ist damit festgelegt. M39 Vergrößererobjektiv

T2-Teleobjektive

T2-Teleobjektive sind oft eine gute Wahl, das Angebot ist gut und die Preise zivil. Hochwertige, lichtstarke Teleobjektive sind sehr teuer, aber oft ist ein einfacheres T2-Tele für den gewünschten Zweck ausreichend.
Günstige 500mm-Spiegelteleobjektive werden oft mit diesem Anschluß angeboten (Man beachte: von 'günstig' hergestellten Spiegeln sollte man keine Höchstleistung erwarten!). Besonders hervorzuheben sind zwei Objektive: Wer Extremes mag, ist mit der sogenannnten 'Russentonne', dem 1000mm Maxutov-Spiegeltele sicher gut bedient (wegen der Lichtstärke nur solange die Sonne kräftig scheint). Das Exakta, Beroflex oder Danubia Linsentele mit 400mm oder 500mm Brennweite ist ebenfalls ein echter Geheimtipp, denn es verbindet akzeptable Qualität mit einem extrem günstigen Preis. Das 400er ist wegen der besseren Lichtstärke vorzuziehen und mit etwas Übung durchaus recht gut 'freihandtauglich'.

Dieses Bild entstand mit einem 1:6,3/400 Danubia an einer Mamiya ZM - ohne Stativ und bei schlechtem Licht in einem Regenschauer (auf 400er Kodak Farbwelt). Giulia im Regen

Spezielle Anwendungen

Mikroskope, Teleskope, Diaduplizierer

Für eine Reihe von eher 'technischen' Anwendungen ist der T2-Anschluß Standard geworden.

Z. B. ist ein Mikroskopadapter lediglich ein Tubus, der statt eines Okulars auf das Mikroskop montiert wird (es existieren beliebig kompliziertere Lösungen, die jedoch nur schwer erschwinglich sind). An diesem Tubus muß das Kameragehäuse montiert werden - in der Regel mit einem einfachen T2-Gewinde. Die Adaption einer Mamiya an ein Mikroskop kann also mit wenig Aufwand erfolgen, wer jedoch nicht von oben in den Sucher sehen möchte, der muß jetzt in einen Winkelsucher investieren (oder in ein Kameragehäuse eines anderen Herstellers mit Wechselsucher). Richtig teuer wird diese Art der Fotografie jedoch, wenn passende Lichtquellen angeschafft werden sollen, doch das ist ein anderes Thema.

Mikroskopadapter und Diaduplizierer mit T2-Adapter. Mikroskopadapter Diaduplizierung

Mittelformatobjektive

Mittelformatobjektive sind eine qualitativ überzeugende aber nicht besonders preiswerte Alternative um eine Mamiya-Kleinbildkamera aufzurüsten. Kleinbildkamera-Besitzer werden eher zu günstigeren Objektiven greifen, doch wer z. B. eine alte 645 sein Eigen nennt und sich über das fehlende Kleinbildmagazin ärgert, der kann hier leicht abhelfen: warum nicht eine komplette Kleinbildkamera für die guten Optiken kaufen, zu einem Preis, der unter einem Kleinbildmagazin liegt? Selbst das einfache 1:2,8/80mm Sekor C macht z. B. an einer ZE-X eine ausnehmend gute Figur. Mamiya selbst hatte dieses Potential erkannt und einen entsprechenden Adapter angeboten.

Mamiyas Originaladapter zur Verwendung von 645er-Optiken (hier ein Sekor C 1:1,9/80 mm) an der Z-Serie. Sekor C an ZE-X

Wie geht das überhaupt?

Der Abstand zwischen Bajonett und Filmebene ist für eine Mittelformatkamera deutlich größer als für eine Kleinbildkamera. Das bedeutet, daß zwischen Mittelformatobjektiv und Kleinbildgehäuse genug Platz ist für einen Adapter.
Und was hat so ein Adapter hier im Kapitel 'T2' verloren? Der oben abgebildete in der Tat nichts (und er ist auch sehr schwer zu beschaffen). Der Adapter ist jedoch so 'dick', daß die Ebene, in die das T2-Gewinde fallen würde, innerhalb der Länge des Adapters liegt. Damit kann ein Mittelformat-Kleinbild-Adapter teilbar sein, und zwar mit einem T2-Gewinde in der Mitte. Genau auf diese Weise werden die Adapter der Firma Zörkendörfer aus München auch heute noch hergestellt: sie sind zusammengeschraubt aus zwei einzelnen Hälften:

Kleinbildbajonett-T2 | T2-Mittelformatbajonett.

Das bedeutet: obwohl heute kein Adapter für 645-Optiken an Mamiya ZE mehr angeboten wird: an jedem beliebigen (teilbaren) Zörkendörfer-Adapter für 645-Objektive kann das Kleinbildbajonett abgeschraubt und durch einen Mamiya-ZE Adapter für T2 ersetzt werden.

Die hier beschriebenen Adapter ermöglichen keine Springblendenfunktion. Üblicherweise muß die Blende der Mittelformatobjektive mit einer anderen Kraft geschloßen werden als die Kleinbildobjektive. Auf die Dauer würde diese Fehlbelastung die Kleinbildgehäuse beschädigen, deshalb ist an diesen Adaptern auschließlich die Funktion 'Arbeitsblende' für die Objektive vorgesehen.

Zeiss-Objektive an Mamiya Kleinbildkameras

Beim Anblick der hochwertigen 645-Objektive bekommen alle Geldbeutel Schwindsucht. Aber es gibt eine Alternative: Die Konstrukteure der Praktisix, also die Erfinder des K6-Bajonetts (auch Pentacon Six, Kiev-Mittelformatkameras), haben diese Objektive besonders kurz gemacht, so daß sie mit einem Adapter an die 645 passen (Arbeitsblende), und trotzdem auf unendlich fokussiert werden können! Was sollte uns daran hindern, sie mit einem weiteren Adapter an die Z-Serie anzupassen?

Gehäuse | Mamiya-ZE - T2 | T2 - Mamiya 645 | Mamiya 645 - K6 | Objektiv

Von dieser abenteuerlichen Konstruktion kann aufgrund der Toleranzen nicht erwartet werden, daß die Fokussierung auf unendlich noch 100%ig stimmt, meist wird unendlich etwas zu früh erreicht. Sehr wohl erwarten kann man aber klasse Bildergebnisse. Ein Carl Zeiss Jena MC 1:2,8/80mm Biometar für unter 50,- Euro kann als Portraitobjektiv selbst vielfach teureren Objektiven bedenkenlos das Wasser reichen.
Beim Kauf von CZJ-Objektiven sollte man darauf achten, die schwarzen MC-Varianten zu erwerben und die Leichtgängigkeit der Entfernungseinstellung zu prüfen.

English summary

T2 is a 42 mm screwing mount. But there are two differences between M42 and T2: the gradient of the screw and the distance of the intersection plane to the camera body, see first picture on this side. So M42 and T2 lenses are completly incompatible and the attempt to screw them into the wrong mount will damage the thread.

The T2 mount has no element to transmit functions of the aperture, so only stopped down working and metering is possible. Because of the 'thickness' of this mount only suitable lenses can be equipped with a T2 mount: telephoto lenses and lenses for use in an area where the adjustment 'infinite' must not be reached, e. g. macro photography. Most T2 adapters consist of 2 parts: the basic component carries the bajonet and a notch for a ring with thread. This ring can be replaced by another ring with M39 mount for an enlarger lens for macro photography (see second picture above).

T2 telephoto lenses from a third party manufacturer are an excellent value for the money compared with the original lenses. For example the 400 or 500 mm lens from Exakta, Beroflex or Danubia is really cheap, everywhere available and has acceptable quality. The 'racing' picture above was made with a 1:6,3/400 mm Danubia under 'unfriendly' conditions: twilight, rain and no tripod.

For a lot of technical uses the T2 screwing mount has become a standard: adapting a camera to a microscope, telescope or an apparatus for reproduction purposes is possible.

Medium format lenses can be mounted to a 35 mm camera body by using a T2 adapter. The distance between lens and film is much greater for medium format cameras than it is for 35 mm cameras. So there is a lot of space between a 35 mm body and a medium format lens, which can be filled by adapters. A German company, Zörkendörfer, up to today produces adapters of the following type, which are separable by a T2 thread:

35 mm bayonet-T2 | T2-medium format bayonet.

So screwing of a Mamiya ZE T2 adapter onto every Zörkendörfer medium format adapter will prepare the medium format lens for the use together with the Mamiya Z series. Only stopped down working and metering is possible.

Zeiss lenses with a K6 bayonet for the Pentacon Six are a speciality. Even compared with other medium format lenses they are very short, and they can be mounted with a simple adapter to the Mamiya 645 body. So why don't we fix another two adapters on that construction?

35 mm body | Mamiya-ZE - T2 | T2 - Mamiya 645 | Mamiya 645 - K6 | Zeiss lens

This cascade of adapters enables the use of e. g. a 2,8/80 mm Biometar together with the Mamiya Z series. To buy all these adapters just to use a cheap Zeiss Biometar with your 35 mm Mamiya seems to carry the thing too far, but a more brilliant and sharper portrait lens with fixed focal length is hard to find.


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