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M42-Objektive an den Gehäusen der Mamiya Kleinbild-Serie

Was ist M42?

Neben Kamerasystemen mit Bajonett gab es bis etwa 1980 eine große Anzahl von Kameras mit Schraubobjektiven:

Der P-Mount Adapter

Drei unterschiedliche Versionen eines M42-Adapters für das Mamiya-Bajonett sind bekannt. Einerseits der original Mamiya 'P-Mount-Adapter' und sein Nachbau von Hama, beide mit dem kuriosen 'Wackelring', der für die Betätigung des Blendenstiftes zuständig ist. Andererseits ein Nachbau russischer Herkunft ohne diesen Ring, der lediglich für Objektive mit A/M-Schalter geeignet ist.

Rechts der original P-Mount-Adapter von Mamiya, links der Nachbau von Hama (rote Markierung: hier ist der Adapter mit 2-Komponentenkleber fixiert). Der original Deckel für CS-Objektive verfügt über 4 Zapfen, mit denen der Adapter aus dem Bajonett der Kamera gelöst werden kann. P-Adapter

Der 'Wackelring' im Adapter hat folgende Aufgabe: in der NC1000 wird die Blende von einem 'Drücker' zugedrückt. Das würde wunderbar zum Stift der M42-Objektive passen, jedoch sitzt der Drücker bei korrekt eingeschraubtem Objektiv nicht exakt unter dem zu betätigenden Stift. Der auf der Gegenüberseite angeschlagene, bewegliche Ring sorgt dafür, daß die Bewegung des Drückers korrekt auf den Stift des Objektives übertragen wird. Eine echte Offenblendenbelichtungsmessung ist jedoch nicht möglich, da die auf absolute Werte angewiesene Blendenautomatik im Gehäuse die größte Öffnung des angesetzten Ojektivs nicht kennt (echte CS-Objektive übermitteln diesen Wert, siehe HyperlinkNC1000). Zum Messen der Belichtung muß also mit der Abblendtaste oder dem A/M-Schalter auf die gewünschte Blende abgeblendet werden.

Der Adapter mit dem Wackelring kann auch an der ZE-2 verwendet werden. Jedoch besitzt die ZE-2 einen komplett anderen Blendenmechanismus (mit Schieber) als die NC1000, so daß die ZE-2 die Blende nicht mehr im Moment der Aufnahme schließen kann. Statt dessen verfügt das ZE-2-Gehäuse über eine Feder, die permanent auf den 'Wackelring' drückt, so daß das M42-Objektiv mit ständig geschlossener Arbeitsblende verwendet werden kann.

Die ZM verfügt über diese Feder nicht mehr, so daß nichts mehr auf den 'Wackelring' drückt. Die Blende von Objektiven ohne A/M-Schalter läßt sich nicht mehr schließen. Also: hier entweder Objektive mit diesem Schalter verwenden oder den 'Wackelring' so am Adapter festkleben, daß er permanent auf den Stift des M42-Objektives drückt.

In das Bajonett der ZE-X läßt sich der originale Adapter überhaupt nicht mehr einsetzen, da hier zusätzliche Goldkontakte im Weg sind.

Welches M42-Objektiv an welcher Kamera?

Zusammengefaßt ergibt sich die folgende Tabelle mit allen Möglichkeiten. Dabei heißt 'P' P-Mount-Adapter, also der originale M42-Adapter von Mamiya mit Wackelring oder baugleich. 'P, verklebt' bedeutet eben dieser Adapter, wenn der Wackelring so an den Adapter geklebt wird, daß der Stift des Objektives ständig gedrückt bleibt. 'Ohne Ring' bedeutet Nachbau gänzlich ohne Wackelring.

M42-Objektiv (lens) Adapter NC1000 ZE-2 ZM ZE-X
mit A/M-Schalter
with A/M switch
P S/A A A -
P, verklebt (cemented) A A A -
ohne Ring (without ring) A A A A1)
ohne A/M-Schalter
without A/M switch
P S A - -
P, verklebt (cemented) A A A -
ohne Ring (without ring) - - - -
- nicht möglich.
A Arbeitsblende.
S Springblende, Belichtungsmessung jedoch bei abgeblendetem Objektiv.
1) An der ZE-X muß der (russische) Nachbau des originalen M42-Adapters ohne 'Wackelring' verwendet werden, denn das Einsetzen eines originalen Adapters würde die zusätzlichen Goldkontakte im Bajonett der ZE-X beschädigen.
English
- not possible.
A Working and metering only stopped down.
S Automatic diaphragm, but metering stopped down.
1) The ZE-X only can use the (russian) clone of the original Mamiya M42-adapter completely without the movable ring, because the original adapter would damage the additional gold contact pins of the ZE-X.

Warum M42-Objektive verwenden?

M42-Objektive sind die beste Ergänzung für die Kleinbild-Kameraserie von Mamiya mit Bajonett. Einerseits ist das Angebot qualitativ hochwertiger Objektive von anderen Herstellern sehr groß und auch die M42-Objektive aus Mamiya-Fertigung sind noch wohlfeil zu haben. Andererseits ist auch fast jede Brennweite mit M42-Gewinde erhältlich, und so kann der eingeschränkte Bereich der Sekor E/EF-Optiken deutlich erweitert werden. Dabei ist die hauptsächliche Verwendung als Arbeitsblenden-Objektiv für den 'sorgfältig gestaltenden' Fotografen kein Nachteil. Für Schnappschüsse sind jedoch die 'bequemen' Objektive mit Originalanschluß vorteilhaft.

Einige Beispiele für lohnenswerte Anschaffungen:
Im Weitwinkelbereich sind die besten Alternativen zu finden: das M42-Vollformat-Fisheye und das 21mm-Superweitwinkel von Mamiya sind ein unbedingtes Muß, leider jedoch recht selten. Jederzeit zu beschaffen und sicherlich gleichwertig ist das 20mm Flektogon von Carl Zeiss Jena. Für den schmaleren Geldbeutel ist die Alternative der russische Nachbau des Flektogon, das 20mm Mir. Keine Illusionen: für weniger Geld bekommt man auch weniger Qualität.
Im Bereich der lichtstarken Portrait-Teles gibt es weitere Leckerbissen aus dem älteren Mamiya-Programm für M42: 85, 100, 105 und 135 mm. Leider ist lediglich das 135mm-Objektiv weit verbreitet und z. T. supergünstig zu haben. Aber auch hier gibt es viele Alternativen von anderen Herstellern.
Im Tele-Bereich muß abgewägt werden, ob nicht ein T2-Objektiv die bessere Alternative ist. Wer jedoch die Gelegenheit hat, ein Mamiya-Tele jenseits der 200mm-Grenze (200er sind mit allen Anschlüssen noch recht häufig) zu einem günstigen Preis zu erwerben, der sollte nicht vorbeigehen, sondern zuschlagen und die oben beschriebene Adaption vornehmen.

Ein Bildbeispiel: Blick auf München vom Hochhaus des Deutschen Patent- und Markenamtes. Mamiya NC1000S, P-Mount-Adapter, Auto Mamiya Sekor SX 1:4/21mm München

English Summary

Three different systems for lenses with M42 screw mount exist:

  1. Manual, the eldest one: the aperture has to be closed by the aperture ring by hand.
  2. Automatic diaphragm: the aperture remains open until the release button is pressed. The aperture is closed by a pin on the backside of the lens, all M42 lenses of this type are equipped with that pin at the same position. This system does not allow maximum aperture TTL metering (through the lens), because the camera body has no information on the chosen aperture at the lens. Therefore most lenses of this type are equipped with a switch (A/M), which enables to close the aperture manually for metering.
  3. Automatic diaphragm plus maximum aperture metering: for this metering method the camera body has to have information on the aperture which is set on the lens. For this purpose an additional pin is established within the mount. The lens now has to be clicked into place to ensure exact values of the chosen aperture to be given to the camera body. Unfortunately most manufacturers implemented their individual solution for that additional pin so that such lenses normally are not exchangeable between camera bodies.

Mamiya produced the so called P-Mount Adapter to adapt M42 lenses to the NC1000 body. This adapter was equipped with a moveable ring, which has the task to transceive the movement of the NC1000 to close the aperture. So together with a NC1000 body an automatic diaphragm is possible, but not maximum aperture metering. Not every Mamiya camera body is able to use that moving ring to close the diaphragm of the M42 lens, The ZE-X requires a special adapter and lenses with A/M switch. The ZE-2 body is equipped with spring to press onto that ring. But for the ZM the adapter has to be specially prepared: the movable ring has to be cemented to the adapter, so that the ring will press permanently onto the pin of the lens. Please see the table above for possible combinations of lensens and bodies.

Why shall I use old M42 lenses?

There are a lot of high quality M42 lenses in the market. Nearly every focal length is available. Elder Mamiya Sekor lenses are not only high quality lenses but also surprisingly cheap. So M42 lenses are the best amendment for a Mamiya 35 mm camera, assumed that the guy behind the camera is satisfied by working with a stopped down aperture.

One example for a good purchase: the 4/21 mm super wide angle lens from Mamiya, unfortunately a quite rare lens. A more than adequate substitute is the 2,8/20 mm Flektogon from Zeiss. People with a light money purse prefer the russian copy of the Flektogon, the 2,8/20 mm Mir.


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