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Reinigung einer Mamiya DTL500
Alle TL, DTL, MSX und DSX-Gehäuse von Mamiya sind auch heute noch gut zu verwendende M42-Gehäuse. Allzu große
Präzision der Belichtungsmessung darf allerdings nicht erwartet werden. Vor dem Einsatz eines Gehäuses, das lange
gelagert wurde, kann allerdings eine sorgfältige Reinigung erforderlich sein. Die hier beschriebene Maßnahme
kann beispielhaft für alle genannten Gehäuse gelten, da diese sehr ähnlich aufgebaut sind.
Anders ausgedrückt: die Belichtungsmessernadel des ebay-Schnäppchens im angeblichen super-Zustand wackelt
wie ein Lämmerschwanz und die Verschluß-Sekunde ist alles andere, nur keine Sekunde? Dann nur nicht ärgern,
sondern die Herausforderung annehmen und beherzt zum Schraubenzieher greifen. Denn die Reparatur einer Fachwerkstatt
lohnt bei diesen Kameras nur, wenn man eine sehr persönliche Beziehung gerade zu diesem Gehäuse hat....
Ron Herron hat auf seiner Site ebenfalls eine sehr lesenswerte veröffentlicht.
Kameraunterseite:
- Batterie entfernen. Zeigt sich schon hier ein Desaster größeren Ausmaßes durch eine ausgelaufene
Batterie, so ist die Kamera häufig nicht mehr zu retten. Ist die Soße aus dem Batteriefach weiter in das
Gehäuse gelaufen, erübrigen sich alle Reinigungsversuche. Gehäuse mit den Spuren von ausgelaufenen
Batterien sollten nur als Ersatzteillager erworben werden.
- Rückspulknopf mit einer Splintzange abschrauben. Achtung: Linksgewinde!
- Bodendeckel nach Lösen der 4 Senkkopfschrauben abnehmen:
| DTL500 geöffnet von unten. |
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- Wartung: Die mit grünen Pfeilen markierten Schalter können mit einem in Buntmetallreiniger
getränkten Tuch gereinigt werden. Die zwei Zungenschalter in der Gehäusemitte sind der Synchronschalter
für den X-Kontakt. Sie sollen im gespannten Zustand
offen sein. Der Einschalter unter dem Aufzugshebel soll bei leichtem Anziehen des Aufzugshebels schließen.
Der Mechnismus zum Einschalten und Abblenden kann verbogen sein, evtl. nachrichten.
Das gelb markierte Zahnrad justiert die Vorspannung des Langzeitenwerks (bzw. des schließenden Vorhangs). Ist die Verschlußsekunde deutlich
zu lang, kann hier 'nachgespannt' werden, bis die Sekunde wieder stimmt (ob die anderen Zeiten beeinflußt werden,
habe ich nicht geprüft). Nicht die Sicherung vom Zahnrad
abheben, sonst entspannt sich das Werk schlagartig.
Kameraoberseite und Objektivanschluß:
- Spannhebel abnehmen: Der Taster zum Ausschalten der Kamera im Spannhebel ist nur aufgesteckt.
Zum Abziehen kann man einen Faden unter den Taster ziehen und dann mit Hilfe eines feinen Schraubenziehers,
der von der Gegenseite eingesteckt wird, gleichmäßig ziehen (siehe Abbildung). Achtung: ungleichmäßiges
'Abhebeln' des Tasters führt zu Beschädigungen. Sicherungsschraube des Spannhebels lösen und Fassung des
Tasters mit Hilfe einer Splintzange abschrauben, Spannhebel abnehmen.
| Abziehen des Tasters im Spannhebel. |
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- Film-Rückspulkurbel abschrauben.
- ASA-Einstellung solange verdrehen, bis eine Schraube im entsprechenden Loch an der Seite des Zeitenwählrades
auftaucht. Diese Schraube lösen und das Zeitenwählrad abnehmen, das Werk entspannt sich!
- Gehäusedeckel nach dem Lösen von 3 Schrauben abnehmen, Auslöseknopf zu Seite legen. Eine erstaunliche
Konstruktion wird sichtbar: die Einstellung des Zeitenwahlrades wird durch eine Kette auf die anderen
Komponenten des Gehäuses übertragen!
| Geöffnete Mamiya DTL500 von oben. |
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- Die Platine oben links (schwarzer Pfeil) kann durch mechanische Belastung beschädigt sein.
Die Lötstellen mit einer Lupe auf Risse prüfen und ggf. nachlöten. Regler mit einem Filzstift
markieren und ein wenig bewegen, zuletzt wieder in Ausgangsstellung bringen. Der (die) Regler auf der
Platine erlauben ein Nachregeln des Meßinstruments in engen Grenzen.
- Zum Reinigen des Umschalters Integral-/Spotmessung Objektiv-Anschlußgewinde abmontieren und
Verkleidung des Anschlußes nach Lösen von 2 Schrauben abnehmen. Mit einem Pinsel 1 Tropfen
Buntmetallreiniger in den Umschalter streichen.
Umschalter Integral-/Spotmessung. Dieser Schalter wird mit einer Kette betätigt! |
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Zusammenbau:
:-) In umgekehrter Reihenfolge vorgehen. Zwei Dinge sind besonders zu beachten:
- Wenn sich das Bildzählwerk entspannt haben sollte: Einhängen und wieder vorspannen nicht vergessen.
- Das Zeitenwählrad einrasten und genau eine Umdrehung vorspannen: alle Zeiten stimmen wieder.
Alle Quellen für den üblichen 'Wackelkontakt' sollten nun beseitigt sein. Wenn die Belichtungsmessung
trotzdem nicht funktioniert, könnten die Meßzellen im Prisma oder unter dem Spiegel beschädigt sein. Ein
Vordringen zu diesen Bauteilen empfehle ich nur dem mutigen Bastler, der nichts mehr zu verlieren hat.
Wie ein Gehäuse zu behandeln ist, das nicht mehr auslöst, ist mir ebenfalls unbekannt.
Allen erfolgreichen Bastlern viel Spaß mit ihren schönen M42-Gehäusen.